Zeitreise ins Alter

Rastatt (hr) – Motiviert von der Studiendirektorin Christin Sieg und der Klassenlehrerin Nina Scheuring und angeleitet von Mitgliedern des Kreisseniorenrats machten 25 angehende Altenpflegerinnen und Altenpfleger im Alter zwischen 15 und 56 Jahre, die zweimal wöchentlich in der kreiseigenen Anne-Frank-Schule ihr theoretisches Rüstzeug bekommen, mit den Alterssimulationsanzügen (ASA) eine Zeitreise ins Alter. Wie es ist, jung zu sein, wissen die meisten älteren Leute noch recht gut, wie man sich mit zunehmendem Alter fühlt, ist für jüngere Leute kaum vorstellbar, das wollen wir heute ändern, begrüßte die stellvertretende Vorsitzende des Kreisseniorenrats Monika Rapp die künftigen Altenpflegerinnen und Altenpfleger. Und sie sollte recht behalten. So haben wir uns das nicht vorgestellt, nachdem sie mit dem ASA und einer der sechs Brillen, die jeweils eine andere Sichtfeldbeeinträchtigung simulierte, einen Hindernisparcours und eine Treppe bewältigt haben. Jetzt weiß ich, warum unsere Seniorinnen den Kopf so schief halten und im Schulterbereich so verspannt sind, kommentierte einer der Teilnehmer seinen Versuch die Teststrecke zu bewältigen.
Jetzt weiß ich, wie sich meine Oma fühlt, berichtete eine Teilnehmerin, die im ASA des KSR sich mit typischen Einschränkungen älterer Menschen konfrontiert sah. Ging es zu Beginn noch lustig zu, änderte sich der Spaß und vor allem das Wohlbefinden schnell: Kopfhörer schränkten die Hörfähigkeit ein, Folie auf einem Brillenvisier simulierte den grauen Star. Bleigewichte und versteifende Bandagen verhinderten die Beweglichkeit der Gelenke. Der rechte Arm – mit Bleikugeln gefüllt – war wie „nach einem Schlaganfall gelähmt“. Handschuhe beeinträchtigten die Feinmotorik. Was das bedeutet, ahnten die Teilnehmer beim Versuch, eine Treppe zu gehen, eine Flasche zu öffnen oder ein Badezimmer zu benutzen.
Die Teilnehmer bestätigten beim Abschlussgespräch, dass sie künftig mehr Verständnis für ältere oder körperlich behinderte Menschen aufbringen wollen und sie den Senioren im Alltag besser helfen können. Die vom Landkreis für die Pflegeausbildung neu ausgestattete Anne-Frank-Schule bot ideale Bedingungen für das Üben der korrekten Hilfestellungen bei körperlichen Einschränkungen, auf die die Pädagoginnen besonderen Wert legten.

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