Runder Tisch Mobilität

Die Vorsitzende Doris Schmith-Velten begrüßte Theo Höll als Hausherr des Erich-Burger-Heim, als Referent Polizeihauptkommissar Peter Huber vom Polizeipräsidium Offenburg Abteilung Prävention, 37 Vertreterinnen und Vertreter der Seniorenwerke im Landkreis Rastatt sowie die Vorstandsmitglieder des KSR. Aus Sicht der Vorsitzenden hat sich der „Runde Tisch – Seniorenarbeit im Landkreis Rastatt“ bewährt. Am Runden Tisch sind Organisationen und Vereine beteiligt sind, die Programme für Seniorinnen und Senioren anbieten.
Schmith-Velten betonte: der Runde Tisch ist durch Kommunikation sowie gemeinsame Projekte ein Gewinn für alle Beteiligten und verfolgt außerdem als weitere Ziele: • sich über Programme und Projekte zur Seniorenarbeit zu informieren • sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander zu werben • gemeinsame Projekte zu definieren und durchzuführen • einen noch größeren Teil der älteren Bürger im Landkreis Rastatt zu erreichen • ein Anziehungspunkt zu sein für noch fitte und kompetente Senioren • die Öffentlichkeitsarbeit für Senioren in unserer Region zu verstärken • ein Ansprechpartner für die Kommunen und Seniorenräte zu sein. Gemeinsame Projekte sind aktuell: Aktivierende Hausbesuche in Kooperation mit dem DRK, Seniorenfreundlicher Service, Präsentation Alters-Simulations-Anzugs und Mobile Wohnberatung.

Das Erich-Burger-Heim hat aktuell 137 Pflegeplätze, die in Einzel- und in Doppelzimmer untergebracht sind. Obwohl Pflegeplätze im Landkreis Rastatt rar sind, wir täglich Interessenten Absagen geben müssen, müssen wir aufgrund rechtlicher Vorgaben die Zahl unserer Plätze reduzieren und dürfen nur noch Einzelzimmer anbieten, bedauerte der Heimleiter Theo Höll. Entspannung gibt es aus seiner Sicht erst, wenn das geplante neue Pflegeheim beim Krankenhaus in Betrieb geht.

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„Mobilität ist Lebensqualität“, war der Tenor vom Polizeihauptkommissar Peter Huber von der Polizeidirektion Offenburg, der in seinem beeindruckenden Vortrag „Sichere Mobilität für ältere Menschen“ auf die Entwicklung der Unfallzahlen ebenso einging, wie auf mögliche altersbedingte Einschränkungen. Huber begrüßte, dass der KSR im neuen Jahr eine öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der Verkehrswacht, dem ADAC, dem Apothekerverband sowie der Polizei plant. Ein Raunen ging durch den Saal und einige Teilnehmer fühlten sich ertappt, als Huber informierte, 65 Prozent der Radfahrer sind ohne Helm unterwegs und alle getöteten Pedelec-Fahrer in Baden-Württemberg waren über 65 Jahre alt! Auch wenn sie wie Fahrräder aussehen, beschleunigen sie deutlich schneller. 68 E-Radler kamen dem ADAC zufolge 2017 ums Leben, 9,7 Prozent mehr als 2016. Insgesamt kamen 2017 in Deutschland 3.180 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr „Auch wenn es der Frisur schadet, schützen sie künftig ihren Kopf mit einem passenden Helm“ und trainieren sie den Umgang mit dem Pedelec, legte Huber den Teilnehmern eindringlich ans Herz. Wenn wir uns auch zunehmend jünger fühlen und 60 das neue 40 ist, baut der Körper ab 50 ab, werden die Gelenke und die Wirbelsäule unbeweglicher, nimmt die Sehschärfe und die Hörfähigkeit ab und können Erkrankungen und Medikamente die Verkehrstauglichkeit einschränken. Was kann man dagegen tun, lassen sie sich regelmäßig von ihrem Arzt auf Verkehrstüchtigkeit untersuchen, war der Rat des Experten. Nein, ich habe kein Geheimrezept, wie Senioren, die offensichtlich Probleme im Straßenverkehr haben, überzeugt werden können, ihren Führerschein abzugeben, antwortete Huber auf Nachfrage aus den Reihen der Teilnehmer. In der angeregten Diskussion wurden unter anderem die für Senioren zu kurze Ampelphasen bemängelt und kritisiert, dass Mandatsträger oft ohne Helm unterwegs sind, ein schlechtes Vorbild abgeben.

ertretende Vorsitzende informierte, dass im Frühjahr eine neue Ausbildung für angehende „Mobile Wohnberater“ startet und Mitarbeiter für die Präsentation der Altes-Simulations-Anzüge gesucht werden.

Bei den Wünschen und Anregungen aus den Reihen der Seniorenwerke wurde mehrfach wurde bedauert, dass die Presse oft Beträge über Ausflüge und Vorträge der Seniorenvereinigungen nicht veröffentlicht. Als weitere Themen wurden vorgeschlagen: „Gesunde Ernährung im Alter“ und „Digitaler Nachlass“. Ferner begrüßten Teilnehmer die Fortführung der runden Tische, allerdings sollte die bisherige Dreiteilung beibehalten werden, was die Vorsitzende zusagte.

Angelika Bleich vom Seniorenrat Gaggenau berichtete über das sehr erfolgreiche Projekt „Internetcafé 60+ in Gaggenau“, bei dem wöchentlich Ratsuchenden Senioren individuell am eigenen Gerät geholfen wird.