Abiturientinnen vom sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium der Anne-Frank-Schule Rastatt altern in kürzester Zeit um 40 Jahre

2019-06-07_8235

Sieht leichter aus als ist mit einem simulierten Schlaganfall von einem Stuhl aufzustehen.

23 Abiturientinnen vom sozial- und gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium der Anne-Frank-Schule wollten sich nach der Beendigung der schriftlichen Aufgaben und vor den mündlichen Prüfungen mit den gesundheitlichen Einschränkungen älterer Menschen auseinandersetzen, weshalb die Fachlehrerin Dagmar Schlander den Kreisseniorenrat Rastatt mit seinem Alterssimulationsanzug eingeladen hatte. Nach der Begrüßung durch die Abteilungsleiterin Altenpflege, Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf Studiendirektorin Christine Sieg und von der Vorsitzenden des Kreisseniorenrats Doris Schmith-Velten erläuterte das Vorstandsmitglied Dr. Margret Burget-Behm, warum die maximale Lebensspanne eines Menschen nur teilweise genetisch festgelegt ist und der größte Teil der Variabilität der Lebensspanne wird durch die Faktoren Umwelt und Zufall bestimmt werden. Aus ihrer Sicht als Medizinerin ist jedoch nicht alleine der Anstieg der Lebenserwartung, sondern der Anstieg der behinderungsfreien Lebensjahre entscheidend.“, Dr. Burget-Behm in ihrem Einführungsvortrag zum Thema „Alter/Gesundheit“. Weiterhin ging sie unter anderem auf die 45 Jahren beginnende Alterssichtigkeit, auf Faktoren für ein gesundes Altern und die häufigsten Erkrankungen im Alter ein.
Im praktischen Teil konnten die Schülerinnen beim stellvertretenden Vorsitzenden Josef Elter und dem Vorstandsmitglied Hilde Knapp eigene Erfahrungen sammeln. Die Schülerinnen, angeleitet von einer Auszubildenden zur Orthopädietechnik-Mechanikerin, legten sich gegenseitig den Alterssimulationsanzug an, mit dem typische Einschränkungen älterer Menschen auch für jüngere Menschen erlebbar werden. Sahen sie für ihre Mitschüler noch interessant aus, so änderte sich der Spaß und vor allem das Wohlbefinden an der Sache schnell: Kopfhörer schränkten die Hörfähigkeit ein, Folie auf einem Brillenvisier simulierte den grauen Star, Bleigewichte und versteifende Bandagen schränkten die Beweglichkeit der Gelenke ein. Der rechte Arm – mit Bleikugeln gefüllt – war „nach einem Schlaganfall wie gelähmt“. Was das bedeutet, ahnten die jungen Leute beim Versuch, ohne Hilfe von einem Stuhl aufzustehen, im Kreis zu gehen oder eine Flasche zu öffnen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Abiturientinnen von den Spezialbrillen mit denen eine ganze Reihe von Seheinschränkungen bei den verschiedenen Augenerkrankungen wie beispielsweise grauer oder grüner Star simuliert werden können.

Das Programm des KSR hat unseren Schülerinnen viel gebracht und wir werden den Kreisseniorenrat auch im nächsten Jahr wieder einladen, dankte Frau Schlander den Mitgliedern des KSR.