Projektsitzung „Beteiligungsgruppe Quartiersentwicklung Zay“

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Abbildung 1: Rudolf Fritz, Wohnberater und Vorstandsmitglied im Kreissenioren, gab einen Überblick über das Tätigkeitsfeld der ehrenamtlichen Wohnberater

Rastatt (hr) – Beeindruckt von der kreativen Mitarbeit, vom Arbeitstempo und der konkreten Umsetzung seitens der Beteiligungsgruppe Quartiersentwicklung Zay zeigte sich Professor Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, der den Inklusions-Prozess in Rastatt wissenschaftlich begleitet.

Nach einem Blick auf die Fortschreibung des kommunalen Aktionsplans Inklusion und hier den neuen Punkt 14 „Selbstbestimmt leben in den eigenen vier Wänden“ von Jerg konnte Margrit Wagner-Körber erste realisierte Maßnahmen aus dem Projekt „Wohnen im Zay“ vorstellen. So wurde beispielsweise der gemeinsame Mittagstisch vom Team der Kita Pünktchen bereits realisiert und wird der öffentliche Bücherschrank mit Infotafel in den nächsten Tagen im Bereich Garten-/Rosenstraße installiert, wird das Rote Kreuz  in Zusammenarbeit mit der AWO im Zay eine zusätzliche Seniorengymnastik und ein Gedächtnistraining anbieten.

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Rudolf Fritz, Wohnberater und Vorstandsmitglied im Kreisseniorenrat, gab einen Überblick über das Tätigkeitsfeld der Wohnberater und warb für einen Kurs zur Ausbildung als Wohnberater für die Rastatter Stadtteile. Vor dem Hintergrund, dass ältere und hochaltrige Menschen so lange wie möglich in der vertrauten Wohnung leben wollen, betonte Fritz besonders, neben Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ist auch inklusives und barrierefreies Wohnen Daheim
für junge, alte und pflegebedürftige Menschen,
für Menschen mit und ohne Behinderung,
für chronisch erkrankte Menschen,
für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz,
für Menschen mit Gehhilfen oder die im Rollstuhl sitzen,
für kurzzeitig verletzte, operierte, bewegungseingeschränkte Menschen sowie
für pflegende Angehörige und Pflegedienste unabdingbar.

Oft sind es nur kleine, kostengünstige Maßnahmen notwendig, es muss aber jemand darum kümmern. Aus seiner Erfahrung berichtete er, der Rat der eigenen Kinder wird oft nicht befolgt, einem neutralen Wohnberater mehr zugetraut. Im Landkreis gibt es derzeit 30 Wohnberaterinnen und Wohnberater und gerade in dem Wohngebiet Zay könnten vielen älteren Menschen geholfen werden. Die Wohnberater geben bei der Begehung vor Ort Tipps für barrierefreie Zugangsmöglichkeiten zum Haus und zur Wohnung, für eine barrierefreie, den individuellen Bedürfnissen angepassten Wohnraum und wie alle Alltagsgegenstände ungehindert und gefahrlos genutzt werden können.

Aus seiner Erfahrung berichtete er, bereits kleine Anpassungsmaßnahmen können dabei unterstützen, ein uneingeschränktes und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Es bleibt aber nicht bei Tipps, die Wohnberater helfen auch beim Ausfüllen von Anträgen auf Fördergeldern für eine seniorengerechte Umgestaltung der Wohnung und überwachen gegebenenfalls die Ausführung durch Handwerker.Auf Nachfrage bestätigte Fritz, „Zum Wohnberater, die sich vierteljährlich zu einem Erfahrungsaustausch treffen, kann sich jeder ausbildende lassen, wenn auch handwerkliche Fertigkeiten von Vorteil sind“ und ergänzte, der Job als Wohnberater ist besonders für Menschen geeignet, die nach einem erfüllten Berufsleben sich noch etwas in die Gesellschaft einbringen wollen. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat kann sich an den Projektkoordinator Josef Elter Telefon  07225 98 35 16 oder eMail josef.elter@kreisseniorenrat-rastatt.org oder an Rudolf Fritz Tel. 07224 13 34 rudolf.fritz@kreisseniorenrat-rastatt.org wenden.

Aus der angeregten Diskussion haben Joachim Hils und Margrit Wagner-Körber die Wünsche nach Räumlichkeiten für ein Seniorencafé und eine Räumlichkeit für die Stammtische des Bürgervereins mitgenommen und wollen die Idee aus dem Gremium unterstützen, künftig vierteljährlich einen Vortrag zu einem Wohnquartier betreffenden Thema anzubieten.