Die demographische Entwicklung – Herausforderung für die Zukunft

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2019-02-08 Demografie IMG_2027.JPGAuf Initiative von der CDU-Landtagsabgeordneten Sylvia Felder und der Vorsitzenden des Kreisseniorenrats Marianne Fischer hat Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg in seinem Vortrag „der demografische Wandel und seine Herausforderungen im Bürgerzentrum Alter Tabakschuppen die Zusammenhänge zwischen der Siedlungs-, Bevölkerungs-, Infrastrukter- und der Industrie-Entwicklung  sowie dem zeitnahen Ausbau des 5G-Netzes herausgearbeitet. Nur die Bundesländer Berlin, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen können bis 2045 mit einem Zuwachs ihrer Bevölkerung erwarten. Für Deutschland insgesamt erwarten die Prognosen einen Rückgang der Bevölkerung um 2,6 Prozent auf 80,3 Millionen Einwohner. Baden-Württemberg dagegen kann, Zuzug aus anderen Ländern vorausgesetzt,  mit einem Wachstum von 2,9 Prozent auf 11,3 Millionen Einwohner rechnen. Ohne Zuzug würde sich bei einer aktuellen Geburtenrate von 1,57 Kinder je Frau, die Bevölkerung nach der vierten Generation fast halbieren. Das heißt konkret, „Ohne Zuzug lässt sich der kommende Fachkräftemangel nicht bewältigen. Die Voraussetzungen dafür sind Wohnungsangebot, Mobilität Kinderbetreuung und Schule sowie flächendeckende Breitbandversorgung. Allerdings machte er auch deutlich, nicht positive Entwicklung in Baden-Württemberg ist nicht Flächendeckend. Chancen haben besonders Städte und Gemeinden, wie beispielsweise Bietigheim, die ihren Einwohnern den gewünschten Wohnraum zur Verfügung stellen können, dank einer guten Infrastruktur über Arbeitsplätze müssen vorhanden und gut erreichbar sein. Die Industrie ihrerseits siedelt sich vorrangig dort an, wo die Infrastruktur stimmt und sie ihren Bedarf an Arbeitskräften in der Region decken kann. Die Zeit als Rentner wird immer länger. Haben 1960 Frauen 10,6 und Männer 9,6 Jahre Zahlungen aus der Rentenkasse er halten. 2017 betrug die durchschnittliche Bezugszeit bei den Frauen 21,8 und bei den Männern 17,9 Jahre.

Hinsichtlich der Wohnraumversorgung mahnte Kunzmann die Planer und Politiker die Entwicklung von der Groß- (1900 haben 7 Prozent in einem Einpersonenhaushalt und 44 Prozent in einem fünf und mehr Personenhaushalt gelebt) zur Kleinstfamilie (die Entwicklung hat sich umgedreht. 2035 werden 44 Prozent in einem Ein- und 3 Prozent in einem fünf Personen-Haushalt leben)  sowie die exorbitanten Wohnungs-Leerstände im Auge zu behalten.

Was braucht eine alternde Gesellschaft? Kompetenzzentrum Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Raum, Ausbildung und Zertifizierung von Planern, Architekten und Handwerkern, Verdoppelung der Mittel der KfW für den altersgerechten Umbau und Förderung des Umbaus bei privaten Mietwohnungen.

Wie gelingt es, dass auch in den kleineren Kommunen die Einwohner ausgewogen bleibt? Durch Arbeitsplätze im Ort, die Möglichkeit ein Haus auch im Bestand zu erwerben, Barrierefreier  Geschosswohnungsbau, gute Kinderbetreuung und Schulen, seniorengerechte Mobilitätsangebote, Breitbandversorgung. Kunzmann zeigte sich überzeugt „Nur durch Kaufkraft und Nachfrage im Ort lassen sich nachhaltig Versorgungseinrichtungen des täglichen Lebens sichern“. Bedenklich sieht der Experte, dass nach einer Studie des ADAC zwei Drittel der über 75-jährigen sich selbst als wenig bis gar nicht mobil einschätzen. Viele ältere Menschen sind seit ihrer Schulzeit nicht mehr Bus gefahren. Sie sind aauf niedrigschwellige Angebote wie zum Beispiel Bürgerbusse, Ruftaxis oder Mitfahrorganisationen angewiesen.

Kuzmann betonte „Baden-Württemberg ist das Ehrenamtsland!“ Aber das Ehrenamt braucht Motivation, Begleitung und Unterstützung. Die Förderungen sollten gebündelt und nicht jede staatliche Stelle oder private Stiftung zeitliche befristete Projekte zu starten.

Die Teilnehmer und der erste Landesbeamte Dr. Jörg Peter waren sich einig, dass sie eine Fülle von Impulsen für ihre Arbeit erhalten haben. Die Generationen müssen gemeinsam die Probleme lösen und dazu ist es höchste Zeit. 15 Jahre bleiben uns noch, was wir jetzt nicht auf die Reihe kriegen, schaffen wir auch danach nicht mehr, dann sind die Geburtenstarke Jahrgänge in Rente. Außerdem zeigte er sich überzeugt, die Digitalisierung hilft, den demografischen Wandel in Zeiten des Fachkräftemangels zu bewältigen. Dazu brauchen wir Glasfaser in jedes Haus und entlang aller Straßen sowie ein flächenddeckendes 5G_Funknetzt, nicht nur in bewohnten Gebieten, sondern auch entlang der Straßen.

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Mit je einem Präsent aus der badischen Region dankte die Vorsitzende des Kreisseniorenrats Marianne Fischer und die CDU-Landtagsabgeordneten Sylvia Felder dem Referenten, der mit seinen fundierten Kenntnissen keine Antwort schuldig blieb.