Auf dem Weg in eine sorgende Gemeinschaft

2018-12-19 161139

Doris Schmith-Velten vom DRK Kreisverband Bühl-Achern stellt die „Aktivierenden Hausbesuche“ vor, die vom Deutschen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit den Ortsgruppen im Landkreis Rastatt angeboten werden.

Rastatt (hr) – Im siebten Altenbericht der Bundesregierung „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ wird erörtert, an welche lokalen Voraussetzungen die gesellschaftliche Teilhabe und ein gutes Leben älterer Menschen geknüpft ist.
Wie die Empfehlungen des siebten Altenberichts auf kommunaler Ebene umsetzen, damit die Herausforderungen des demografischen Wandels auf lokaler Ebene besser bewältigt werden können, war Thema eines Informationsnachmittags im Landratsamt Rastatt, zu dem Stefan Biehl als Sozialdezernent des Landkreises 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen und dem Kreisseniorenrat begrüßen konnte. In der Informationsveranstaltung wurden neue beispielhafte Ansätze der Vernetzung und innovative Hilfeangebote aus dem Landkreis Rastatt vorgestellt.
Die Informationsveranstaltung soll, so Bihl, insbesondere kommunale Akteure in den Städten und Gemeinden ermuntern, selbst neue Ideen zu entwickeln oder bereits vorhandene gute Versorgungsansätze weiterzutragen.
In ihrem Impulsvortrag stellte Susanne Himbert von der Fachstelle Demenz und Kommune der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg die von der Gesellschaft erarbeiteten Planungshilfen vor in denen detailliert Anregungen zum Auf – und Ausbau von demenzgerechten Angeboten in den Kommunen aufgeführt sind.
In den folgenden Kurzvorträgen wurden Projekte und Initiativen aus dem Landkreis Rastatt vorgestellt.
Den Auftakt machte der Bürgermeister Jürgen Pfetzer aus Ottersweier der den mittlerweile 4. Demografie Bericht der 6 477 Einwohner-Gemeinde vorstellte, in dem strukturiert die Entwicklung in den Handlungsfeldern
– Wohnen im dörflichen Umfeld
– Leben im dörflichen Umfeld: Nachbarschaft und Begegnung
– Gesundheit, medizinische Versorgung und Pflege
– Mobilität und Verkehrsentwicklung – Kultur, Bildung und Freizeit
– Arbeit und Wirtschaft
– Bürgerschaftliches Engagement abgearbeitet sind, deren Umsetzung mittlerweile einen festen Platz im täglichen Verwaltungshandeln der Gemeinde haben. „Selbstverständlich brauchen nicht alle Gemeinden den mühevollen und arbeitsintensiven Weg zu einem Demografiebericht erneut gehen. Unser Bericht ist auf unseren Internetseiten zu finden und er kann gerne auf die eigenen Verhältnisse angepasst werden und wir haben eine Teilzeitstelle, die aktuell am 5. Bericht schreibt“, ging Pfetzer auf Nachfragen ein.
Auf überwiegend ehrenamtlichen Schultern ruhen auch in der Gemeinde Bietigheim die Bemühungen, ein soziales Netzwerk in der Gemeinde zu etablieren. Unterstützt werden die Arbeiten von der Erwin Dietrich Dr. Jakob-Kölmel- Stiftung Bietigheim, informierte die engagierte Referentin Ingrid Heck-Fütterer vom Jugend-, Familien- und Seniorenbüro der Gemeinde.
Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von den umfassenden Angeboten vom Neugeborenen bis zur Seniorenhilfe in Durmersheim, die von Andrea Bauch und Monika Franzen vom Familien- und Seniorenbüro der Gemeinde Durmersheim vorgestellt wurden. Darunter unter anderem die Taschengeldbörse, Freizeitaktivitäten, den Einkaufsservice oder das Seniorentaxi, mit dem Senioren von Durmersheim und Würmersheim zu vergünstigten Kosten zum Seniorentreff, Mittagstisch, zum Einkaufen, zum Friseur oder um Bekannte zu besuchen fahren können.
Der Vereinsamung entrinnen, ist der Schwerpunkt der „Aktivierenden Hausbesuche“, die vom Deutschen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit den Ortsgruppen im Landkreis Rastatt angeboten werden, bei denen speziell geschulte Helferinnen und Helfer einmal die Woche Senioren besuchen, um mit einer Kombination aus Gymnastik, Bewegung und Gesprächen gegen die Einsamkeit und Isolation anzukämpfen, informierte Doris Schmith-Velten, die im DRK Kreisverband Bühl-Achern den Besuchsdienst koordiniert und Mitglied im Kreisseniorenrat ist.
Beeindruckt zeigte sich Bihl, über die vielfältigen Angebote im Landkreis und das große ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden. Aus den Berichten habe er auch entnommen, eine hauptamtliche Koordination ist für das nachhaltige Engagement der Ehrenamtlichen unerlässlich. Der Landkreis und der Kreisseniorenrat wollen sich für eine stärkere Vernetzung der Akteure einsetzen.